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Am Ziel: Meistertitel mit Anlauf für den SV Lindow-Gransee

Das grün-weiße Wolfsrudel hat sich die Krone aufgesetzt - und feierte dies unter Corona-Bedingungen im kleineren Rahmen.

Der feierliche Rahmen war gewöhnungsbedürftig. Und entsprach von der Lautstärke her ganz sicher nicht dem, zu was die Spieler, Verantwortlichen und allen voran die Fans des SV Lindow-Gransee (SVLG) im Stande gewesen wären. Die Dreifelderhalle gleicht bei den Zweitliga-Heimspielen der grün-weißen Volleyballer in Nicht-Corona-Zeiten einem Tollhaus, die Sportstätte, aus der nur selten Punkte entführt werden, wirkt wie eine Festung. Diese war am Samstagmittag erneut fest in grün-weißer Hand – wenn auch nicht mit hunderten, sondern lediglich mit einer kleinen Auswahl an Gästen. Medaillen und der große Pokal glänzten, ihren verdienten Lohn durften sich die Volleyball-Helden, der Meister der 2. Volleyball-Bundesliga in der Saison 2020/21, endlich abholen.

Zuvor richtete Vereinschef Frank Seeger noch einige Worte an die anwesenden Vertreter aus der Politik, einige Sponsoren, Wegbegleiter und freiwillige Helfer, die der Ehrung dank eines negativen Corona-Tests beiwohnen durften. Seeger, der diesmal auf seine Feuerwehrsirene – mit seinem Markenzeichen bringt er die Halle regelmäßig zum Brodeln – verzichtete, bedankte sich aus tiefstem Herzen. Ob Premiumsponsor, Ballkids oder die „Damen vom Ausschank“, der 62-Jährige wollte niemanden hervorheben.

Tat es dann aber doch: „Ohne Dirk (Manager Schmidt, Anm. d. Red.) und Holger (Spieltagskoordinator Ribbentrop, Anm. d. Red.) würde nichts laufen. Ich habe ein einmaliges Team hinter mir, auf das ich mich immer verlassen kann.“ Seeger regiert hin und wieder mit Zuckerbrot und Peitsche. Dass er sein Herz am rechten Fleck hat und sogar emotional sein kann, bewies er aber mit seinen Worten an die Mannschaft, der er seinen „größten Dank“ aussprach: „Was diese Truppe unter erschwerten Bedingungen geleistet hat, ist phänomenal.“

Vor etwas mehr als einem Jahr lag der SVLG wenige Begegnungen vor Saisonende mit reichlich Abstand an der Spitze der Liga, wegen der Corona-Pandemie beendete die Volleyball Bundesliga (VBL) aber die Spielzeit 2019/20 – ohne Wertung, ohne Absteiger, ohne Meister. „Ich will es mal höflich ausdrücken: Uns wurde der Titel weggenommen“, sagte Seeger süffisant. Das Team blieb komplett zusammen, wollte so nicht auseinandergehen und setzte sich mit der Zielstellung Meisterschaft selbst unter Druck. Der Saisonstart glückte, man war schnell der Gejagte, hatte aber auch mit Rückschlägen zu kämpfen.

„Seit November musste vor leeren Rängen gespielt werden, seit Januar konnten die Jungs nur zweimal trainieren, Matti Binder, Romulo Galiao und Martin Pomerenke waren vom verflixten Verletzungspech betroffen“, zählte Seeger auf. Das Heckmeck mit dem Moerser SC tat sein Übriges: Die Partie wurde wegen eines positiven Corona-Falls beim SVLG abgesagt, obwohl die Gäste vom Niederrhein schon angereist waren. Es sollte zum Nachholspiel kommen, die Spruchkammer wies auch den Moerser Einspruch ab. Auf die Anreise zur zweiten Partie verzichtete der Gast, Lindow erhielt die Punkte am grünen Tisch.

Das Wolfsrudel biss die Zähne zusammen und rettete sich auf den letzten Metern über die Ziellinie. „Das kann uns niemand mehr nehmen“, freute sich Seeger über die zweite Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Der Pokal und die Medaillen, die Nicolai Kracht, der 2015 die Meisterschaft mit dem SVLG gewann, diesmal aber als Vertreter der VBL vor Ort war, im Gepäck hatte, sind Andenken für die Ewigkeit. Der Moment wurde am Samstag coronakonform ausgekostet.

Nach dem Meistertitel ist aber auch vor der neuen Saison, wissen die Verantwortlichen. „Die Mannschaft wird nächstes Jahr ein neues Gesicht haben, wir werden aber wieder eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen“, sagte Seeger, der sich alsbald eine volle Dreifelderhalle erhofft: „Jeder, der zuhause in seinem Sessel sitzt und am Montag die Zeitung aufschlägt, muss sich denken: Beim SV Lindow-Gransee habe ich was verpasst.“ Die Attraktivität der Heimspiele soll sich nämlich erhöhen. Unter anderem mit einer eigenen Vereinshymne, die am Samstag vorgestellt wurde.

Text: Marius Böttcher

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Yes, Yes, Yes…!

Nach 2015 und Platz 1 in der letzten abgebrochenen Saison stehen wir zum dritten Mal ganz oben! Dabei war es ungleich schwerer, die erfolgreiche Saison 2020 noch einmal zu wiederholen.

„Ohne unser legendäres Publikum und mit einigem Verletzungspech am Ende die Trophäe zu bekommen, erfüllt mich mit großem Stolz“, so ein sichtlich berührter Vereinschef. „Meine Gedanken sind trotz Dauergänsehaut zuerst bei den verletzten Spielern“, denen wir diese Meisterschaft widmen, sagt Teammanager Dirk Schmidt. Wir wünschen Matti, Pomi und Romulo, das sie wieder gesund werden und wir dann gemeinsam den Pokal ins PUBLIKUM halten werden.​

Hoch hinaus: Zweiter oder Erster wird der SV Lindow-Gransee. Die finale Platzierung der Mannschaft um Mittelblocker Romulo Galiao (in Grün) liegt nicht mehr in eigenen Händen. Der Kieler TV könnte mit zwei Siegen am momentan Führenden vorbeiziehen.

Flipperspiel des SV Lindow-Gransee beim Kieler TV

Um die Krone in der 2. Volleyball-Bundesliga ist ein Zweikampf entbrannt. Zwischen Kiel oder Lindow-Gransee fällt die Entscheidung. Beide stehen laut Trainer Peter Schwarz vor ganz schweren Aufgaben.

Ein nahezu perfektes Spiel attestierte Peter Schwarz dem Kieler TV. Das ist jene Mannschaft, die am Sonnabend mit dem 3:1-Erfolg über den SV Lindow-Gransee die Trümpfe in der Hand hat, um Meister der 2. Volleyball-Bundesliga zu werden. Allerdings führt der Sechser von Trainer Peter Schwarz, der SV Lindow-Gransee, das Feld der Zweitligisten an. Noch, weil Kiel dank einer zweiten noch ausstehenden Partie die Möglichkeit besitzt, am Tabellenersten vorbeizuziehen.

Von „brutal kaltschnäuzigen Kielern“ und „Nervenflattern bei uns“ spricht der Lindower Trainer nach dem Duell des Zweiten gegen den Ersten. Was Kiel in den ersten beiden Sätzen, vor allem im ersten zeigte, sei wirklich Volleyball auf höchster Ebene gewesen lobt Schwarz. Mit Spielerwechseln suchte er die beste Variante, um den Kieler Dampfer zu halten. „Wir waren in der Annahme nicht stabil genug und vorn machten wir die Bälle nicht tot.“ Der im Training so immens starke Timo Schlag musste für Pjotr Adamowicz weichen und auf Diagonal kam der Ägypter Omar Mohamed für Felix Göbert. Peu a peu fanden die Gäste den Rhythmus, während Kieler seinen Pfad der bärenstarken Anfangsoffensive etwas verließ.

Kieler Adlerhorst bleibt sauber

Dass der Klatsche im ersten Satz (15:25) und dem 20:25 im zweiten ein 25:20-Erfolg im dritten gelang, spricht zum einen für die Moral und zum anderen für die Klasse der Gäste, die sich nun in der Höhle des Löwen wehrten. Kiel hatte bis dahin nicht eine Begegnung in seinem „Adlerhorst“ verloren. Im letzten Heimspiel dieser Saison wäre es fast so weit gekommen. Denn Lindow-Gransee trennte nur ein Punkt am Gewinn des vierten Satzes: 24:23-Führung. Aber Kiel beeindruckte mit genau dem, was Lindow-Gransee über Jahren auszeichnet – psychisch stärker als der Gegner in den entscheidenden Szenen. Drei Punkte in Folge gegen sich, die Gäste verloren den Satz, das Spiel und die Laune für die Rückfahrt im gecharterten Bus. Den musste der Staffelerste diesmal nehmen, weil die Bahnverbindung für die Heimreise in der Nacht zu kompliziert war.

Peter Schwarz: „Das Spiel hätte auch zum 2:2 flippern können. Schade, aber so ist nun mal unser Sport. Man darf nicht vergessen, dass wir bei einer Mannschaft angetreten sind, die alle Heimspiele gewonnen hatte. Diese Niederlage muss man akzeptieren, obwohl uns dieser nicht gewonnene Satz vielleicht die Meisterschaft rauben könnte. Wir wollten uns die Chance auf einen oder mehr Punkte in Kiel auf dem Feld erarbeiten und wir wollten dann zupacken. Ersteres haben wir geschafft.“

Schützenhilfe aus Bocholt oder Bitterfeld nötig

Lindow-Gransee muss einerseits den letzten Gegner, Moerser SC, am kommenden Sonnabend (18 Uhr) bezwingen, muss andererseits auf die Schützenhilfe anderer setzen. Kiel tritt in Bocholt an, dort hatte Lindow-Gransee zuletzt verloren. Und Kiel beendet die Saison eine Woche später beim VC Bitterfeld/Wolfen, dann stecken die Schwarz-Männer bereits in der Sommerpause. „Der Drops ist in Anbetracht der schweren Aufgaben weder für Kiel noch für uns gelutscht.“

Sicher ist, dass Lindow-Gransee erneut die Zweitliga-Saison auf einem Podestplatz beenden wird. Voriges Jahr stand das Team beim vorzeitigen Abbruch auf Rang eins, ein Meister wurde jedoch nicht von der Volleyball-Bundesliga gekürt. In diesem Jahr wird es Silber oder Gold. Keine der drei Spitzenmannschaften will offenbar ihr Aufstiegsrecht in die erste Liga nutzen.

Text und Foto: Matthias Haack

Heimspiel des SV Lindow-Gransee gegen Moers wegen Corona-Falls abgesagt

Weil ein Spieler des SV Lindow-Gransee positiv auf Covid-19 getestet wurde, ist die Partie in der 2. Volleyball-Bundesliga abgesagt worden. Und dies wenige Stunden vor dem ersten Aufschlag.

Sein vermeintlich letztes Saisonspiel musste der SV Lindow-Gransee am Samstagabend absagen. Grund ist der positive Test eines Lindower Spielers. Daraufhin reisten sowohl die Gästemannschaft des Moerser SC als auch die Volleyballer des Heimteams sofort vom geplanten Austragungsort ab. Gespielt werden sollte in der Dreifelderhalle Gransee.

Bitter für den Tabellenersten: Er wäre basierend auf einer Siegesserie mit vollem Schwung ins Spitzenspiel gegen den zuletzt strauchelnden Staffelzweiten gegangen. Zu wann das Nachholspiel angesetzt wird, ist völlig offen. Der Spielplan ist so voll, dass sich kaum Zeitfenster in der 2. Bundesliga ergeben. Lindow-Gransee hat nun theoretisch noch fünf Partien vor sich, Moers ebenso.

Text und Foto: Matthias Haack

SV Lindow-Gransee: Meisterliches im Derby gegen Neustrelitz

2. Volleyball-Bundesliga Nord: Trotz Schwächephase im dritten Satz feiern die grün-weißen Volleyballer einen klaren Derbysieg gegen den PSV Neustrelitz.

Peter Schwarz hält sich mit forschen Aussagen meist bedeckt, am Samstagabend sprudelte es aus dem Trainer des SV Lindow-Gransee im Gefühl des Glücks aber heraus: „Das war eine meisterliche Leistung.“ Im Schnelldurchgang fuhren seine Schützlinge kurz zuvor den Derbysieg in der 2. Volleyball-Bundesliga Nord gegen den PSV Neustrelitz ein – nach nur 77 Spielminuten war der 3:0 (25:18, 25:22, 25:23)-Erfolg perfekt.

„Beide Mannschaften haben hier drei Sätze auf sehr gutem Niveau gespielt. Wenn ich die Ehrlichkeit reinbringen darf, dann ist das Rückspiel für mich im Vergleich mit dem Duell in der Hinrunde ein Topspiel gewesen“, resümierte Schwarz. Auf der Platte der Granseer Dreifelderhalle wurde sich nichts geschenkt, jeder Ballwechsel war zu Beginn umkämpft. „Kleinigkeiten machen in den ersten beiden Sätzen den Unterschied“, fand der SVLG-Coach, dessen Team sich nach dem 3:1-Sieg beim SV Warnemünde erneut in starker Form präsentierte.

In Durchgang eins brachten beide Sechser ihr Sideout-Spiel konsequent durch, beim 7:8 ging der Gast aus der Residenzstadt erstmals in Front – Auszeit Lindow. Dank einer ersten kleinen Serie zogen die grün-weißen Wölfe davon und verwalteten den Vorsprung souverän – gleich der erste Satzball wurde genutzt. 25:18, 1:0. „Danach geht es eng zu, wir waren teilweise sogar ein, zwei Punkte im Rückstand“, sagte Schwarz. Doch er konnte auch im zweiten Spielabschnitt auf die Qualitäten und das konzentrierte Auftreten seiner Spieler vertrauen, was PSV-Trainerkollege Mewes Goertz anerkennend bestätigte: „Im ersten Satz waren Unterschiede da, anschließend spielt meine Mannschaft gut mit, lässt am Ende aber leider ein bisschen was liegen. Lindow steht eben nicht ohne Grund ganz oben.“

Die 2:0-Führung war dank eines fulminanten Auftritts zu diesem Zeitpunkt hochverdient, Neustrelitz gab sich jedoch keineswegs auf. Im Mute der Verzweiflung steigerte sich beim Gast nicht nur die Variabilität und die Block-Feld-Abwehr, sogar das Selbstvertrauen war zurück. Auch in der Hinrunde führte der SV Lindow-Gransee in der Strelitzhalle komfortabel, letztlich ging es aber sogar in den Tiebreak. Beim 13:20 aus Grün-Weiß-Sicht hätte man fast schon mit einem vierten Durchgang planen können, doch einer hatte etwas dagegen: Marcin Kapusniak. Der SVLG-Zuspieler, der auch zum wertvollsten Heimspieler (MVP) gewählt wurde, fasste sich am Aufschlag mehrfach ein Herz, stellte PSV-Libero Jacob Genzmer vor große Probleme und ließ den Rückstand schrumpfen. „Da habe ich gezeigt, dass ich es noch kann“, lachte der 32-Jährige. Goertz ärgerte sich dagegen: „So einen Vorsprung dürfen wir nicht aus der Hand geben, das wissen meine Jungs auch.“

Plötzlich prangerte ein 22:21 auf der Anzeigetafel, ein 9:1-Lauf brachte die Hausherren, die erneut von einigen „Zaungästen“ an den Fensterscheiben unterstützt wurden, endgültig auf die Siegerstraße. „Ich war mir sicher, dass wir das noch drehen können, die Reaktion der Mannschaft war toll“, lobte Peter Schwarz, „mit so einer Leistung verdienen wir uns das, auf Platz eins zu stehen“. Den Platz an der Sonne will der zweifache Derbysieger bis zum Ende verteidigen, ein Sieg gegen den Moerser SC am Samstag würde die Träume fast schon Wirklichkeit werden lassen. „Dann aber hoffentlich ohne Schwächephase im dritten Satz“, so Schwarz.

Text und Foto: Marius Böttcher

Lindow-Gransee bezwingt das Zweitliga-Team der Stunde

Drei Punkte nehmen die Zweitlliga-Volleyballer des Lindow-Gransee vom SV Warnemünde mit. Damit glückte dem Tabellenersten die Revanche für die 2:3-Heimspielniederlage. Ein Wermutstropfen bleibt.

Die schwere Hürde beim SV Warnemünde nahm der SV Lindow-Gransee. Nicht nur ein Sieg erspielte sich der Sechser von Trainer Peter Schwarz am 18. Spieltag der 2. Bundesliga. Der Tabellenerste hatte mit dem Viersatzsieg sogar drei Punkte im Heimgepäck, beklagt allerdings einen Verletzten.

Lindow-Gransee verteidigte sein Polster von vier Punkten auf den Moerser SC. Weiter geht es jedoch mit den nächsten beiden Hammerspielen: Am kommenden Sonnabend kommt der PSV Neustrelitz in die Dreifelderhalle Gransee, eine Woche später die Moerser. Nach Stand von heute, sind beide Partien wieder vor einer Geisterkulisse auszutragen.

Warnemünde spielte am Sonnabend erneut großartig auf. Die Mannschaft des Frühjahrs hatte zuvor sowohl Lindow-Gransee als auch beide Saisonspiele gegen Moers gewonnen. Peter Schwarz zur außergewöhnlichen Klasse im packenden Rückspiel: „Das war ein sehr hohes Niveau.“ nach dem 25:23 und 27:25 führten die Gäste bereits mit 2:0. Schwarz: „Kleine Führungen wurden von beiden Mannschaften sogleich wieder eleminiert und auch in den Crunsh-Time-Phasen leistete sich keine Mannschaft schwere Fehler. Man konnte sich nie ausruhen.“

Den dritten Satz entschied das Heimteam mit 25:22 für sich. Doch Lindow-Gransee bewahrte beim 28:26 im vierten Satz die Ruhe. Peter Schwarz: „Am Ende zeigten wir ein bisschen mehr Abgeklärtheit und hatten auch das Glück auf unserer Seite. Diese Partie ist so eine gewesen, die unter die Rubrik: Es entscheiden Kleinigkeiten, fällt.“

Mitte des zweiten Satzes verletzte sich Angreifer Matti Binder. Er kam nach einem Block so unglücklich auf den Hallenboden auf, dass er über Schmerzen im Sprunggelenk klagte. Weder Springen noch Gehen geht bis dato. Es sei laut Coach noch völlig offen, wie schwer die Verletzung ist. Binder ist bereits der zweite innerhalb eines Monats, der sich bei Blockarbeit starke Blessuren zuzog. Diagonalangreifer Omar Yasso Mohamed hatte sich im Heimspiel gegen Warnemünde verletzt und musste ausgewechselt werden. Er stand nun im Rückspiel wieder im Kader und kam kurzzeitig für Felix Göbert aufs Parkett.

Als Wertvollste Spieler wählten die Trainer diesmal Matthias Lübcke sowie Martin Pomerenke. Für den im zweiten Satz eingewechselten Warnemünder ist dies die erste Nominierung, für den Lindower Libero die zweite.

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2:3 gegen starke Rostocker verloren

Der Verfolger aus Moers ließ am Samstagabend einen Zähler beim PSV Neustrelitz liegen und verlor tags darauf sogar in Warnemünde. Doppelt bitter oder doch glücklich für die Zweitliga - Volleyballer des SV Lindow Gransee? Diese Frage stellt sich nach der eigenen 2:3-Niederlage gegen den SV Warnemünde nicht, findet Kapitän Eric Stadie. "Nach den letzten Spielen haben wir genug mit uns selbst zu tun", sagt der 24-jährige Außenangreifer. Ange  führt vom starken Ex-Granseer Jan-Philipp Krabel fügten die Rostocker dem Tabellenführer in der heimischen Dreifelderhalle die zweite Saisonniederlage zu - es war die erste am eigenen Netz seit dem 19. Oktober 2019 (2:3 gegen Mondorf).


Nach dem Doppelspieltag in der Vorwoche hatte SVLG-Coach Peter Schwarz eine gewisse Müdigkeit bei seinen Jungs erkannt. Und ganz konnten sie die am Sonnabend nie abschütteln. Die Granseer legten zwar im ersten Durchgang lange vor, waren sogar auf 16: 12 davongezogen. "Wir haben aber nicht die Souveränität aufs Feld gebracht, die uns sonst auszeichnet", ärgerte sich Eric Stadie. Mit Krabel am Aufschlag gingen die Gäste beim 22:21 erstmals in Führung und holten sich den Satz. Im zweiten Abschnitt war es andersherum, da rannten die Granseer hinterher (4:7, 9:12, 12:19). "Ruhe bewahren", forderte Coach Schwarz, Mittelblocker Paul Boock fand, es sei Zeit, "mal in Fahrt zu kommen". Das taten die Hausherren, auch weil Eric Stadie früher als geplant ins Spiel kam. Wegen einer Schulterverletzung wird der Kapitän derzeit nur dosiert eingesetzt. "Bei 100 Prozent bin ich auf keinen Fall, aber es wird besser", sagt er. Auch Stadies Aufschlag brachte sein Team wieder ran. Matti Binder glich aus (24:24) und Felix Göbert gelang der Satzgewinn. Satz drei stand auf des Messers Schneide. "Warnemünde hat das wirklich gut gemacht", sagt Stadie anerkennend. Um das 21:22 wurde lange diskutiert, am Ende gab's den Punkt für die Grün-Weißen. "Ganz wichtig" , fand der Trainer. Und eine  Initialzündung für den Rest des Durchgangs, den die Granseer mit 25:23 holten. "Da hatten wir bei ein, zwei Bällen richtig Glück  meint  Stadie. Warnemünde blieb unermüdlich, setzte sich im vierten Satz zügig ab. Lindow-Gransee kämpfte sich zurück, wehrte bei 23:24 noch einen Satzball ab - musste aber doch in den Tie-Break. Dort behielten die Gäste um Jan-Philipp Krabel, am Ende wertvollster Spieler der Partie, die Oberhand und beendeten die Granseer Erfolgsserie in der eigenen Halle. Eric Stadie will bei einer Bilanz von 14 Siegen und zwei Niederlagen nicht den Teufel an die Wand malen. "In so, einer langen Saison sind Schwächephasen normal. Es kommt jetzt darauf an, sie so schnell wie möglich zu beenden und im Saison-Endspurt wieder voll da zu sein."

Text: Christoph Brandhorst

SV Lindow-Gransee: Zurück an der Tabellenspitze

2. Volleyball-Bundesliga Nord: Die Grün-Weißen erkämpfen sich in Frankfurt und bei Mondorf fünf Punkte.

Eiskalt war es am Wochenende im Brandenburgischen, wegen etlicher Schneestürme war man sogar angehalten, die eigenen vier Wände nicht zu verlassen. Im Westen der Republik bekamen die Zweitliga-Volleyballer des SV Lindow-Gransee von alledem eher wenig mit. Sowohl in Frankfurt am Main (Hessen) als auch in Bonn (Nordrhein-Westfalen), wo die Grün-Weißen am Sonnabend und Sonntag im Einsatz waren, kämpft man gegenwärtig vor allem mit Hochwasser. Das bestätigte auch SVLG-Trainer Peter Schwarz am Sonntagvormittag, als er durch die Main-Metropole spazierte: „Der Wasserstand ist wirklich hoch, von Schneegestöber ist hier keine Spur.“

Fernab der Heimat gingen die Lindower Volleyballer am Vorabend auch nicht baden, wurden ihrer Favoritenrolle bei den Talenten aus dem Frankfurter Internat gerecht und siegten nach 75 Minuten souverän mit 3:0 (25:19, 25:20, 27:25). Am Sonntag ließen die Wölfe ein 3:2 (25:23, 21:25, 21:25, 25:15, 16:14) beim TuS Mondorf folgen. Durch die sehr ordentliche Ausbeute am Doppelspieltag wuchs das Punktekonto des Zweitliga-Meisters von 2015 auf 38 an. Der verdiente Lohn: die Zurückeroberung der Tabellenspitze vom Moerser SC, dessen Partie beim SV Warnemünde am Sonntag ausfiel, da der Titelanwärter aus dem Ruhrgebiet witterungsbedingt nicht anreiste.

Bei den jungen Wilden aus Frankfurt übernahmen die Gäste sofort die Initiative, erarbeiteten sich einen kleinen Vorsprung und zwangen die Hausherren beim Stand von 7:11 aus deren Sicht zur frühen Auszeit. Während die Youngster nur selten Lösungen fanden und immer wieder vermeidbare Fehler produzierten, spielten die Schwarz-Schützlinge den ersten Durchgang souverän zu Ende – 25:19. Im zweiten Satz, der 25:20 endete, ähnelte sich das Bild, wie der SVLG-Coach verriet: „Wir haben die ersten beiden Sätze problemlos dominiert und konnten auch rotieren, was sich jeweils zum Ende aber bemerkbar machte.“ Denn da agierte Lindow-Gransee hin und wieder zu schlampig, im dritten Abschnitt lief man zwischenzeitlich sogar einem Rückstand hinterher.

„Das hatten sich die Jungs selbst zuzuschreiben, weshalb ich dann auch nicht gewechselt habe. Aus dieser Situation sollten sie sich mit eigenen Kräften herausziehen“, betont Schwarz. Dies gelang – mit dem dritten Matchball wurde der Dreier unter Dach und Fach gebracht. Zum wertvollsten Spieler wurde auf Gästeseite Außenangreifer Piotr Adamowicz gewählt, laut Peter Schwarz hätte auch Omar Yasser Mohamed jene Auszeichnung verdient gehabt: „Piotr gelang aber vor allem in den ersten beiden Durchgängen viel, also alles gut.“ MVP-Silber bekam Frankfurts Leo Bernsmann.

Tie-Break-Krimi gegen Mondorf

Der zweite Teil eines intensiven Wochenendes fand in der Bonner Hardtberghalle statt. Dass die Hürde TuS Mondorf – immerhin auf Rang fünf liegend – höher sein würde, war den Lindowern bereits im Vorfeld klar. Am Ende zogen die Gäste beim Tie-Break-Krimi den Kopf aus der Schlinge, der hauchdünne 3:2-Erfolg war letztlich aber auch ein Sieg der Moral. „Geil, das war wirklich ein harter Kampf, hat aber auch riesig Spaß gemacht“, lobte Peter Schwarz den Teamspirit.

Zwar mühte man sich am späten Sonntagnachmittag trotz Sechs-Punkte-Rückstands zur Satzführung, musste anschließend jedoch dem stark aufspielenden Gastgeber die Platte überlassen. Die Mondorfer drehten die Begegnung, gingen ihrerseits mit 2:1 in Front und waren drauf und dran, den Lindowern die zweite Saisonniederlage zu verpassen. Doch die Schwarz-Truppe zeigte im vierten Satz ihr Kämpferherz – und spielerische Klasse. Mit 25:15 erzwangen die Wölfe den entscheidenden fünften Durchgang, welcher an Spannung kaum zu überbieten war.

Beide Mannschaften hatten ein stabiles Sideout-Spiel, das Quäntchen Glück dann aber der Gast, der wie schon am Vortag den dritten Matchball zum Sieg nutzen konnte. „Hut ab an beide Teams, auch Mondorf hat starke Spieler in seinen Reihen. Mit dem 3:2-Sieg kann ich sehr gut leben“, bilanzierte Peter Schwarz. Statt den Weg Richtung Heimat anzutreten, blieben die Grün-Weißen von Sonntag zu Montag in Köln. „Eine Vorsichtsmaßnahme wegen des Wetters“, erklärten die Lindower.

Text und Foto: Marius Böttcher

NEUN VON ZEHN

Als sich die grün-weiße Jubeltraube auflöste, richteten sich die Blicke der Volleyballer des SV Lindow-Gransee (SVLG) zur Fensterreihe. Einige Kiebitze spähten trotz der Temperaturen um den Gefrierpunkt in das Innere der Dreifelderhalle. Und den wenigen "Zaungästen" wurde ob der furiosen Leistung der Hausherren regelrecht warm ums Herz. Am Samstagabend bezwang der SVLG im  Zweitliga-Spitzenspiel den Kieler TV deutlich mit 3:0, gewann das neunte von bisher zehn Saisonspielen, behauptete damit die Tabellenführung und kann vor dem Weihnachtsfest nur noch vom Moerser SC, der dafür einen 3:0-Erfolg gegen Schüttorf benötigt, vom Platz an der Sonne verdrängt werden.

"Das war ein gelungener Jahresabschluss" , resümierte ein zufriedener Peter Schwarz kurz und knapp

Den unter der Woche ausgearbeiteten Matchplan haben seine Schützlinge perfekt umgesetzt, lobte der Lindower Trainer: "Uns ist viel gelungen, wir haben immer eine Hand am Ball gehabt und die Kieler nie in einen Flow kommen lassen. " Im ersten Durchgang brachten beide Teams ihr Sideout-Spiel konsequent durch, das bessere Ende hatten aber die Gastgeber - 25:23.

Mit viel Schwung starteten die Lindower Wölfe gegen die Adler aus dem hohen Norden in den zweiten Satz. "Da haben wir dominiert, am Ende sogar noch drei, vier Punkte unnötig weggegeben. Das ist aber Jammern auf hohem Niveau", gab Schwarz schmunzelnd zu.

Nach dem 25: 15, das einer Machtdemonstration glich, folgte der meist schwere dritte Abschnitt.

Auch diesmal hatten die Grün-Weißen vor leeren Rängen damit zu kämpfen, die Konzentration zu

wahren. Sich nie aufgebende Kieler setzten sich ab, waren beim 17:14 dem Satz gewinn nahe, hatten dem SVLG-Endspurt aber nichts entgegenzusetzen-25:22,3:0.

"Im ersten und dritten Satz waren wir dran, der Lindower Aufschlagdruck war aber zu enorm. Der

Sieg geht völlig in Ordnung und wirft uns nicht um. Zu Beginn hatten wir schlagbare Gegner, mit Moers und Lindow jetzt die Top-Teams der Liga" , resümierte KTV-Coach Matthes Behlen. Für Lindow-Gransee, bei denen sich Zuspieler Marcin Kapusniak über die vierte MVP-Nominierung freute, geht es nun in die verdiente Weihnachtspause

Text und Foto: Matthias Haack

LINDOW GEWINT AM ENDE DEN TIE-BREAK

Erleichterung war den Lindower Volleyballern am Sonnabendnachmittag nach dem Happy-End dieses zähen Duells zunächst nur kurz anzumerken. Ein schneller Jubel auf der Platte, dann ging es zuallererst einmal in die Kabine – dort fielen wohl auch deutliche Worte. Denn auf die Leichtigkeit, die den SV Lindow-Gransee durch die ersten Spiele dieser Saison getragen hatte, warteten die Fans – einige wenige kiebitzten trotz Zuschauerverbot durch die Hallenfenster – gegen die Gäste aus dem Westmünsterland vergeblich. Vereinschef Frank Seeger schnaufte: „Das war doch kein Volleyball, das war ein Krampf!“

Dabei ließ es sich – zumindest resultatsmäßig – gut an gegen diesen unbequemen Gast, der aus Lindower Sicht durchaus den Zusatz „Angstgegner“ tragen könnte, verloren doch die Grün-Weißen in der Vorsaison beide Partien gegen den TuB. Und so habe die Aussprache nach dem Spiel auch nur bedingt etwas mit dessen sportlichen Verlauf zu tun gehabt, berichtet Trainer Peter Schwarz. Es habe Interna zu klären gegeben, so sein kurzer Kommentar. Mit dem Start gegen Bocholt war er nämlich eigentlich ganz zufrieden gewesen. „Im ersten Satz haben wir die Sache im Griff. Bocholt war gut, aber wir besser“, so der Coach. Die Führung wechselte stetig, absetzen konnten sich seine Jungs erst in der „Crunchtime“. Im zweiten Abschnitt hatten die Lindower schon ein ordentliches Polster. hinten raus wurde es noch eng. „Da machen wir es unnötig spannend, aber das war dann vielleicht schon der Umschwung“, analysiert Schwarz.

Text und Foto: Matthias Haack

ERSTES GEISTERSPIEL NUN AUCH IN GRANSEE

Als Wochen der Wahrheit will Peter Schwarz die kommenden Herausforderungen nicht bezeichnen, der Trainer des Volleyball-Zweitligisten SV Lindow-Gransee (SVLG) wählt andere Worte: „Es steht uns allen wohl eher die Zeit bevor, die zeigen wird, welche Mannschaften die letzten Wochen am besten weggesteckt haben.“ Am vergangenen Sonntag hätten die Grün-Weißen beim SV Warnemünde antreten sollen, jene Partie fiel aber der Corona-Pandemie zum Opfer, da gleich zehn Spieler von der Ostseeküste positiv auf das Virus getestet wurden. Am Sonnabend (18 Uhr, Dreifelderhalle Gransee) ist die Lindower Wartezeit aber vorbei, Peter Schwarz darf seine Schützlinge endlich wieder – der 3:0-Erfolg gegen die Juniors Frankfurt liegt dann bereits 20 Tage zurück – von der Leine lassen.

Auf das Duell mit dem TV Baden blickt der 27-jährige Coach mit großem Optimismus: „Nach fast drei Wochen Pause ist dieser Gegner, ohne despektierlich klingen zu wollen, ein guter Start. Vielleicht bietet es sich sogar an, ein wenig zu rotieren.“ Denn die niedersächsischen Gäste aus dem Bremer Vorort haben mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Bei Hauptangreifer Ole Sagajewski wurde ein Knorpelschaden im linken Knie diagnostiziert, der 22-Jährige unterzog sich bereits am Mittwoch einer Operation in Hamburg. Auch hinter dem Einsatz von Diagonalspieler Ole Seuberlich steht ein Fragezeichen, litt dieser doch zuletzt an einer Schleimbeutelentzündung. „Das ist schon eine deutliche Schwächung für den Gegner“, weiß Schwarz.

Unterschätzen wird seine Mannschaft aber keinen Konkurrenten, schließlich will man die Spitzenposition behaupten und die Ungeschlagen-Serie ausbauen. „Ich bin mir sicher, dass meine Jungs einen guten und konzentrierten Job machen werden. Wir haben zwar etwas weniger, dafür aber sehr gut trainiert, sind nicht aus dem Rhythmus gekommen und wenn es drauf ankommt, sind wir da“, glaubt Peter Schwarz ganz fest an die Punkte 17, 18 und 19. Normalerweise bereiten sich die Lindower Wölfe unter der Woche in Berlin, wo der Großteil des Teams lebt, auf die Partien am Wochenende vor. Weil aber in der Hauptstadt die Hallen gesperrt sind, finden die Einheiten derzeit in Gransee statt. Neben pritschen, baggern, schmettern und taktischen Dingen widmet man sich am Freitag vor dem Spiel zudem einer Sache, die in gegenwärtigen Zeiten dazugehört: dem Covid-19-Test.

„Wir müssen uns vor jedem Spiel testen lassen, das ist eine Anordnung der Volleyball-Bundesliga“, informiert Peter Schwarz. Hygienebeauftragter beim SVLG ist Frank Seeger – der Vereinschef führt dementsprechend auch die Schnelltests bei Spielern und Staff durch. Eine seit Kurzem neue Situation für die Lindower, die am Sonnabend auch erstmals ein Geisterspiel vor gänzlich leeren Rängen austragen müssen. „Das ist schon echt komisch, man muss aufpassen, dass man im Wettkampfmodus bleibt und das Match nicht wie ein Trainingsspiel bestreitet“, warnt Schwarz, der bei dieser mentalen Komponente auf den Hawthorne-Effekt hinweist: „Dieser belegt, dass man unter Beobachtung besser performt. Deshalb bin ich extrem gespannt, wie sich die Jungs verhalten. Gut möglich, dass künftig eher Arbeitssiege ohne Glanz eingefahren werden. Die Voraussetzungen sind aber eh für alle Mannschaften gleich.“

Während der Lindower Trainer gegen den TV Baden, der seit fünf Begegnungen auf einen Sieg wartet, seine Pflichtaufgabe lösen will, finden weiter nördlich direkte Verfolgerduelle statt. Der PSV Neustrelitz empfängt den ebenfalls ungeschlagenen Zweiten Kiel, in Rostock will sich der zuletzt pausierende SV Warnemünde gegen den Moerser SC behaupten. „Das sind echte Kracher, deren Spielausgang kann für den weiteren Saisonverlauf durchaus eine große Rolle spielen“, betont Peter Schwarz. Bis auf Matti Binder, der nach seinem Jochbeinbruch aber wieder zurück im Mannschaftstraining ist, steht dem SVLG-Coach der gesamte Kader zur Verfügung. Und eventuell wird so rotiert, dass auch jeder zum Einsatz kommt.

Text und Foto: Marius Böttcher

SECHS SPIELE, SECHS SIEGE

Der Staffelsieger der im März abgebrochenen Saison bleibt auch jetzt das Spitzenteam der 2. Bundesliga. Hatte das Team um Trainer Peter Schwarz am Sonnabend noch Mühe mit Mondorf und wurde in den Tie-break gezwungen, so war es am Sonntag ein leichterer Gegner.

Bärenstarke Aufgaben
Wie ein Tabellensiebter spielte TuS Mondorf am Sonnabend absolut nicht beim Ersten auf. Ausgestattet mit bärenstarken Aufgaben forderte die Mannschaft aus dem Großraum Köln-Bonn den Heimsechser mehr als im lieb war. Zwar wendete Lindow-Gransee die drohende Niederlage nach dem verlorenen ersten Satz ab und gewann beide folgende. Im dritten imponierte der Staffelsieger mit klasse Annahmen und bestechenden Angriffen. Doch der Aufsteiger aus der Vorsaison zerfiel dann nicht, wie es vielleicht typisch für eine Mannschaft wäre, die beim Staffelsieger einen Vorsprung verspielte.


Extreme Wucht von Göbert
Auch wenn Diagonalangreifer Felix Göbert Punkt für Punkt mit extremer Wucht holte und Zuspieler Marcin Kapusniak mit viel Auge seine Angreifer suchte – Mondorf gehörte im vierten Satz das Schlussdrittel. Damit hatte sich jedes Team einen Punkt bereits verdient. Dass der Tiebreak an Lindow-Gransee gehen würde, zeichnete sich schnell ab. Zu fokussiert wirkte Lindow-Gransee, um eine Niederlage zu gestatten. Sicher spielte auch der Fünf-Satzsieg aus der Vorwoche beim PSV Neustrelitz eine Rolle, um mit breiter Brust ans Netz zu gehen. Letztlich wurde es ein 15:11.


Kleine Unterschiede
Trainer Peter Schwarz zeigte zwar sich „nicht unzufrieden, aber auch nicht 100 Prozent zufrieden“, wie er gestand. „Mondorf hat ein starkes Spiel gemacht. Und wenn man gehen Mondorf gewinnen will, machen kleine Dinge den Unterschied aus.“ Er ärgert sich, dass sein Team am Sonnabend nicht in allen Bereichen Topniveau gezeigt habe. Dennoch: Respekt vor TuS. Die Gäste präsentierten sich in glänzender Verfassung. Peter Schwarz schob einen Teil des Erfolges auf die fantastische Unterstützung durchs Publikum, obwohl die Halle nur zur Hälfte gefüllt war. Der Lautstärke tat dies keinen Abbruch.

Text und Foto: Matthias Haack

EXPERIMENTE ERLAUBT

Nun haben auch die Zweitliga-Volleyballer des SV Lindow-Gransee (SVLG) das erste Geisterspiel in der heimischen Dreifelderhalle absolviert. „Es ist gewöhnungsbedürftig“, sagte Trainer Peter Schwarz nach dem letztlich klaren Heimerfolg seines Teams, mit dem der SVLG seine Spitzenposition behauptete. Weil man zuletzt aber schon regelmäßig in Gransee und nicht wie sonst üblich in Berlin trainierte, sei die ruhige Atmosphäre in der Halle auch keine zu große Beeinträchtigung gewesen. In normalen Zeiten verwandeln mehr als 200 Fans die Halle in ein Tollhaus, wenn der „Corona-Meister“ der abgebrochenen Vorsaison dort aufschlägt.

Im ersten Abschnitt hatten die Lindower so richtig Mühe mit den Gästen aus Niedersachsen, die regelrecht aufmuckten. Der TVB übernahm beim 5:6 erstmals die Führung, die er zwischenzeitlich sogar auf vier Zähler ausbauen konnte (10:14, 11:15). Peter Schwarz musste sich eingestehen: „Vielleicht haben wir den Gegner einen Tick zu sehr unterschätzt.“ Sein Team habe eine ganze Weile gebraucht, um sich auf den Tabellenzehnten richtig einzustellen.

Zurückführen könnte man diesen Stotterstart ohne Zweifel auf die veränderte Formation, die der Coach im ersten Heimspiel ohne Zuschauer auf die Granseer Platte geschickt hatte. Schwarz hatte tüchtig die Rotationsmaschine angeworfen. „Die Jungs haben in dieser Saison noch nicht so zusammengespielt“, erklärte der SVLG-Trainer, der sich nach seinem Doppelengagement in Lindow und bei den Drittliga-Frauen des VSV Oranienburg seit dieser Saison gänzlich auf den Zweitliga-Meister von 2015 konzentriert. Timo Schlag spielte als Außenangreifer durch. Auf einer „Schlüsselposition für uns“, wie Schwarz betonte. Die Kombination mit Piotr Adamowicz in der Annahme „musste sich erst ein bisschen eingrooven“, sagte er.

Das tat es dann auch. Vier Zähler in Serie brachten die Lindower wieder auf Gleichstand. Ergeben wollte sich der Gegner nicht. Bis zum 26:26 hielt der TVB den ersten Satz offen, dann erzwangen die Gastgeber das bessere Ende für sich. „Im zweiten Satz haben wir so weitergespielt“, sagte Schwarz, der seinem Team attestierte, dass es sich von Spielabschnitt zu Spielabschnitt gesteigert habe. Bis zum 16:16 hielt der Gegner im zweiten Durchgang Schritt, dann setzte sich die Qualität der Lindower durch.

„Im dritten probiere ich sogar noch ein bisschen mehr“, sagte Schwarz. Experimentieren war erlaubt, auch weil der Coach wusste, dass er noch ordentlich Qualität auf der Bank hatte, um im Bedarfsfall gegenzusteuern. Etwa indem er mit Kapitän Eric Stadie die Annahme weiter hätte stabilisieren können. „Ich wusste, ich probiere gerade etwas, hatte aber immer ein gutes Gefühl.“ Zu Stadies Einsatz kam es gar nicht. Stattdessen rotierte der Ägypter Omar Yasso Mohamed auf der Diagonalposition ins Team und Youngster Franz Hüther (18) bekam noch einen Kurzeinsatz. Doch der Badener Widerstand war gebrochen, beim 25:16 im dritten Satz dominierte der Spitzenreiter.

Bei dem ging es auch darum, die Kräfte zu dosieren für ein straffes Programm bis Weihnachten, zu dem auch noch das Spitzenduell mit Verfolger Kiel am 12. Dezember zählt. „Wir können nur hoffen, dass alle Spiele stattfinden. Da hoffe ich, dass alle Spieler gesund bleiben, auch bei den gegnerischen Mannschaften“, blickte Mittelblocker Paul Boock nach dem siebten Lindow-Granseer Sieg im siebten Saisonspiel schon voraus. „Es ist schön, einen Ligarhythmus zu haben.“ Den Erfolg ordnete Boock als Arbeitssieg ein. „Es war im ersten Satz eine Kampfleistung, um überhaupt hinterherzukommen“, sagte er. „Zum Glück haben wir das geschafft.“ Der TV Baden habe nicht das schönste, dafür ein zielorientiertes Volleyball gespielt. „Wir haben uns schwer damit getan“, resümierte der 1,95 Meter große Mann, der seit 2015 im Lindower Dress spielt und sich jetzt schon auf das kommende Duell in Moers freut (Sonnabend, 18 Uhr). „Das wird spannend, ein krasses Highlight“, fieberte auch Trainer Schwarz schon der Partie beim Tabellendritten entgegen. Experimente wird es dort wohl nicht geben.

Text und Foto: Christoph Brandhorst

2. HEIMSIEG IST PERFEKT

Die Volleyballer vom SV Lindow-Gransee bleiben in der 2. Liga Nord das Maß der Dinge. Am Sonntag landete der Sechser von Trainer Peter Schwarz den dritten Sieg im dritten Saisonspiel. Äußerst souverän holte sich der Tabellenführer der abgebrochenen Vorsaison die nächste große Portion Selbstvertrauen vor dem Derby gegen Aufsteiger PSV Neustrelitz in zwei Wochen. Vor 210 Fans in der Granseer Dreifelderhalle schlug Robin Hafemann den SVLG zum 25: 19-Satzgewinn im ersten Abschnitt. Da war die Freude bei Vereinschef Frank Seeger noch verhalten: "Ich bin immer skeptisch, fragen Sie mich in einer Stunde nochmal"  sagte er. So lange brauchten die Männer am Netz gar nicht. In 82 . Minuten war das Ding durch, der nächste Dreier  auf dem Konto des Spitzenreiters.

Weil Schwarz' Männer um den Ex-Schüttorfer Piotr Adamowicz, der am Ende bester Spieler auf Seiten der Lindower wurde, auch beim 25:19 im zweiten und dem 25:21 im dritten Satz kaum etwas anbrennen ließen. Nicht nur darüber freute sich Seeger. Auch, dass zum zweiten Mal das Hygienekonzept voll aufging, stimmt den Volleyball-Chef positiv. "Es könnten sogar noch ein paar mehr Zuschauer sein, es braucht keiner Angst zu haben."

Jetzt sei die Vorfreude auf das Duell mit dem Tabellenzweiten groß. "Das wird interessant."

Text und Foto: Marius Böttcher

EIN COMEBACK, DAS LUST AUF MEHR MACHT

Auf entspannte wie rücksichtsvolle Fans hoffte der SV Lindow-Gransee, für glückliche Fans wollte er selbst sorgen. Beides ging auf. Zum Auftakt der 2. Volleyball-Bundesliga trugen die Zuschauer die coronabedingten Veränderungen in der Granseer Dreifelderhalle gelassen mit. Sie freuten sich auf Volleyballsport. Und sie bekamen „Spitzen-Volleyball zu sehen“, strahlte Manager Dirk Schmidt nach dem 3:1-Erfolg der Grün-Weißen über Bitterfeld-Wolfen. Was die Hausherren und mit Abstrichen auch die Gäste nach so langer Pause (seit März) aufs Parkett zauberten, war aller Ehren wert. Dirk Schmidt weiß um den wichtigen Faktor der Zuschauer-Unterstützung. „Der war auch diesmal wieder da. Wir sind froh über die Gegebenheiten, die uns die Dreifelderhalle bietet. Diese Möglichkeiten haben nicht viele Vereine. Unser Konzept ging auf. Die Halle war voll.“ 250 Fans durften es maximal sein. Nur ein paar wenige Stühle blieben leer.

Zugang Mohamed gibt Debüt

Der Corona-Meistersechser, ein offizieller Titel blieb dem Saison­abbruch-Spitzenreiter Lindow-Gransee seitens des Verbandes verwehrt, setzte sogleich die ersten Akzente. Romula Galiao sorgte für den ersten Saisonpunkt. Es folgte ein ausgeglichener erster Satz mit einer ersten Zwei-Punkt-Führung für das Heimteam beim Stand von 14:12. Als die Gäste beim Stand von 20:17 einen Angriff ins Aus setzten, war die Vorentscheidung in diesem Durchgang gefallen. Zwar sorgte eine Aufschlagserie von Bitterfelds Mirko Schneider noch einmal für unerwartete Spannung (22:21), doch dann war einmal mehr auf Lindows Blockmonster Paul Boock Verlass. Er zeigte sich bereits in Topform.

Im zweiten Satz kämpften sich die Gäste aus Sachsen-Anhalt regelrecht ins Match. Sie zeigten eine deutlich bessere Feldabwehr und hatten das eine oder andere Mal auch das nötige Ballwechsel-Glück.

Beim Stand von 18:20 aus Lindower Sicht setzte Trainer Peter Schwarz noch einmal einen Impuls. Er brachte Zugang Omar Mohamed. Doch dessen Aufschlag landete im Netz. Die Gäste waren im Flow, zeigten richtig guten Volleyball. „In dieser Phase haben wir richtig gut mitgehalten“, befand VC-Coach Jorge Munari. „Vielleicht haben meine Jungs dann etwas Angst davor gehabt, was möglich ist. Denn hier wäre mehr drin gewesen“, so seine Einschätzung.

Auch Heimtrainer Peter Schwarz hatte etwas Nervosität ausgemacht. „Aber insgesamt hat es meine Mannschaft gut gelöst. Der Gegner hat unsere Fehler brutal ausgenutzt. Etwas Sand war schon noch im Getriebe.“ Dann holte Schwarz kurz Luft: „Aber hintenraus hat Lukas Hebling die Rakete gezündet. Wir haben den vierten Satz super dominiert.“

Bereits zu Beginn des dritten Satzes war bei Schwarz das Lächeln zurück. Sein Team brachte wieder deutlich mehr Power und Entschlossenheit aufs Parkett. Teilweise bekamen die Fans spektakuläre Ballwechsel geboten. Und dann griff SV-Trainer Schwarz erneut in die Trickkiste. Er brachte Robin Hafemann beim Stand von 16:17 aus Lindower Sicht. Was folgte? Punkt Hafemann. Ass Kapusniak. Punkt Hafemann – 19:17. Da staunte auch der Ex-Lindower Wito Krüger aus dem Meisterteam 2015, der als Zuschauer vor Ort war. Mit 25:22 ging dieser Durchgang an die Hausherren. Die Fans ballten erleichtert die Fäuste.

Der vierte Satz wurde dann zum Schaulaufen der Lindow-Granseer, die wie im Rausch spielten. Vor allem Lukas Hebling drehte mächtig auf. Seine Aufschläge sind ohnehin eine Waffe. Aber er zeigte sich auch am Netz wild entschlossen. Dazu gesellte sich Piotr Adamowicz, der stets zwischen Genie und Wahnsinn agierte, aber unfassbar abgezockt wirkte. Er wurde schließlich auch zum MVP aufseiten der Gastgeber gewählt. Bei Bitterfeld-Wolfen erhielt Lukas Pockrandt diese Auszeichnung.

Text und Foto: Gunnar Reblin

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Heiko Gust, Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens stieß bei der Suche nach einem starken Sponsoringpartner in unserer Region Anfang des Jahres nicht ganz zufällig auf uns.

„Ich bin volleyballverrückt und hatte den SV Lindow-Gransee für ein Engagement schon länger auf dem Schirm“, so der Tüftler aus der sächsischen Landeshauptstadt.

„Das, was dort in einer relativ strukturschwachen Gegend aufgebaut wurde, ist beachtlich und verdient auch überregionale Wertschätzung,  deshalb freue ich mich sehr auf die Zusammenarbeit“.

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