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Wendepunkt im 2. Satz

Peter Schwarz nahm sich nach dem 3:1 (21:25, 25:23, 25:12, 25:14)-Heimsieg gegen den USC Braunschweig beim obligatorischen Interview nach dem letzten Ballwechsel mehr Zeit als sonst. Entspannt lehnte sich der Trainer von Volleyball-Zweitligist SV Lindow-Gransee auf den Stehtisch. Er wollte noch etwas los werden, als die letzte Frage schon längst gestellt war, „Ich habe lange nicht mehr so eine geile Stimmung in der Halle erlebt, also so richtig geil“, rief der Coach den Granseer Fans zu. „Das war heute tatsächlich sehr, sehr ausschlaggebend.“

Die lautstarke Unterstützung der vollen Dreifelderhalle brauchten die Grün-Weißen nach ihrer zweiwöchigen Pause auch. Der erste Abschnitt ging am Samstagabend mit 25:21 an Braunschweig. Er habe sich schon gefragt, ob er es in der Trainingswoche mit Auf- schlag-Annahme etwas übertrieben habe, gab Schwarz einen Einblick. „Das ist ja der Klassiker, du trainierst und trainierst und dann flacht die Kurve total ab." Gransees Volleyballchef ahnte da schon, dass die Trauben gegen den USC hoch hängen: „Es ist ja noch nicht Weihnachten.“

Doch die Gastgeber legten im zweiten Durchgang eine spektakuläre Wende hin. Gerade im Auf- schlag-Annahme-Bereich hätten seine Spieler deutlich zugelegt, lobte Schwarz. „Wir haben ja im Druck gar nicht mehr nachgelassen. “ Kurz vor dem Satzende zogen jedoch zunächst die Gäste davon, ehe Mio Wüst den Meister zurück auf Augenhöhe brachte und schließlich nach einem packenden Ballwechsel auch den Satzball zum 25:23 verwandelte. Die Halle tobte vor Freude. Und die Hausherren ließen sich euphorisieren.

„Den zweiten Satz machst du nicht, wenn du nicht auch die Stimmung mit aufs Feld bringst“, hob Peter Schwarz die Bedeutung des Publikums in dieser spielentscheidenden Phase hervor. „Ihr seid ganz, ganz toll vorneweg gegangen, großer Dank dafür“, sagte er in Richtung der Fans.

Die Granseer spielten sich nach dem Satzausgleich geradezu in einen Rausch. In 19 Minuten holte man mit 25: 12 im Schnelldurchgang den dritten Abschnitt. Und auch im vierten Satz war beim 25:14 die Braunschweiger Gegenwehr zügig geknackt. Der SVLG will in dieser Saison noch zweimal so ein Volleyball-Fest in der eigenen Halle feiern: Im Nachholspiel gegen Schüttorf, wahrscheinlich am Ostersamstag, und beim Saisonfinale am 23. April gegen Kiel.


Text: © Christoph Brandhorst

Märkische Allgemeine Zeitung

Bild: © M. Haack (MOZ)

4. Sieg in Folge

Die Siegesserie des SV Lindow-Gransee geht weiter: Die grün-weißen Zweitliga-Volleyballer besiegten den Tabellenvorletzten VV Humann Essen am Samstagabend in der Granseer Dreifelderhalle mit 3:1 (29:27, 25:20, 20:25, 25:22). „Am Ende war es ein gelungener Arbeitssieg für uns", resümiert SVLG -Coach Peter Schwarz. Dabei sahen die 120 Zuschauer im ersten Durchgang einen harten Kampf am Netz. Der Heimsechser erwischte keinen guten Start in die Partie, lag fast durchgängig zurück und musste gar drei Satzbälle abwehren. Dies gelang dem amtierenden Meister jedoch mit Bravour und die eigene Chance zum 29:27 und dem zum 1:0 nutzte man. „Man hat gemerkt, dass wir nicht im Rhythmus waren und erst in die Partie finden mussten", analysiert der SVLG-Coach.

Im zweiten Abschnitt hatte Lindow-Gransee Gegner und Geschehen im Griff, in Satz drei kehrte dagegen wieder der Schlendrian ein. Anschließend jedoch sicherten sich die Schwarz-Mannen den verdienten Heimerfolg, nach welchem sich Außenangreifer Thomas Schmidt die MVP-Medaille in Gold für den wichtigsten Granseer Spieler abholen durfte. Dank des mittlerweile vierten Sieges in Folge, dem siebten in dieser Spielzeit, befindet sich der SVLG zunächst im gesicherten Mittelfeld. „Die Mechanismen greifen jetzt und die Mannschaft hat zueinander gefunden", sagt Peter Schwarz. Im Heimspiel am Sonnabend gegen den FC Schüttorf soll dann die Siegesserie der vergangenen Partien fortgesetzt werden.


Text: © Marius Böttcher

Märkische Allgemeine Zeitung

Bild: © Roland Möller

Schritt für Schritt aus dem Abstiegskampf

Die Zweitliga-Volleyballer des SV Lindow-Gransee feiern gegen Bocholt dritten Sieg in Serie und pirschen sich ans Mittelfeld heran

Aufwärtstrend bestätigt, die gegenwärtige Form untermauert: Die Zweitliga-Volleyballer des SV Lindow-Gransee (SVLG) haben in der Nordstaffel den dritten Sieg in Serie gefeiert und sich am Samstagabend vor 100 Zuschauern in der Granseer Dreifelderhalle verdient mit 3:1 (25:14, 25:19, 23:25, 25:17) gegen die Turner und Ballspieler (TuB) aus Bocholt durchgesetzt. „Es zahlt sich aus, Ruhe zu bewahren“, erklärte SVLG-Trainer Peter Schwarz. Noch vor wenigen Wochen war die Luft im Abstiegskampf extrem dünn, die lange Verletztenliste ließ Böses erahnen. Doch im grün-weißen Lager blieb man cool, das Vertrauen in die eigene Mannschaft und in die eigenen Stärken war jederzeit vorhanden. „Schritt für Schritt wird das besser, wir haben Kontinuität in unsere Leistung reinbekommen“, betonte Schwarz, dessen Schützlinge vom ersten Ballwechsel dominant auftraten. Mitte des ersten Satzes setzte sich der Gastgeber entscheidend ab und brachte diesen Durchgang problemlos über die Bühne – 25:14, 1:0.

Auch der zweite Spielabschnitt wurde trotz eines kleinen Hängers sicher ins Ziel gebracht – 25:19, 2:0. „In der Annahme und auch im Aufschlag war durchaus Luft nach oben. Aber die Jungs haben das schon sehr ordentlich gemacht“, lobte Schwarz. Vor allem Diagonalspieler Felix Göbert, der wieder zum wertvollsten Lindower Akteur gewählt wurde, brillierte laut seines Trainers: „Bei Felix läuft sehr viel sehr sauber zusammen. Er hat gefühlt jede Chance genutzt.“

Vom knappen Verlust des dritten Satzes (23:25) erholte sich der SVLG schnell, nach 101 Spielminuten waren die nächsten drei Zähler, durch die man sich an die Mittelfeldplätze heranpirscht, perfekt. „Es war ein Arbeitssieg. Dass wir nach und nach unsere nötigen Punkte holen, war abzusehen. Die Tabelle hatte lange wenig Aussagekraft, nun messen wir uns mit Teams, gegen die wir auch bestehen müssen.

Text: © Marius Böttcher

Märkische Allgemeine Zeitung

Raus mit Applaus: SV Lindow-Gransee unterliegt Erstligist Giesen 0:3

Volleyball-Zweitligist Lindow-Gransee steigert sich im Pokal-Achtelfinale gegen Erstligist Giesen von Satz zu Satz – eine klare Angelegenheit war es trotzdem.

Die Ehrenrunde vor den 150 Fans in der Granseer Dreifelderhalle ließ sich das Team nicht nehmen. Am Netz hatten die Zweitliga-Volleyballer vom SV Lindow-Gransee in nur knapp einer Stunde Spieldauer nicht viel zu melden, doch auch die Zuschauer wussten ganz genau, wie sie diese 0:3-Niederlage (7:25, 13:25, 19:25) einzuordnen hatten. Der Erstligist TSV Giesen Grizzlys war an diesem Abend im DVV-Pokal-Achtelfinale schlicht in ganz anderen Sphären unterwegs. Und so wurden die tapferen Lindower dennoch mit Applaus aus dem Cup verabschiedet.

Der Favorit aus Niedersachsen begann furios, zog früh davon und ließ im ersten Abschnitt nur sieben Punkte der Gastgeber zu. Lindow-Gransees Volleyball-Chef Frank Seeger, der seine Sirene an diesem Abend nur sehr sparsam einsetzen konnte, schwante Böses: „Die machen richtig ernst, wahrscheinlich wollen sie schnell nach Hause.“ Vor allem MVP und Grizzlys-Kapitän Hauke Wagner setzte mit starken Aufschlagserien Maßstäbe. Und so war es auch für Giesens israelischen Trainer Itamar Stein eine gelungene Rückkehr nach Gransee: „Es war schön wieder hier zu sein. Wir kennen Gransee ja aus der 2. Liga. Einmal haben wir hier 0:3 verloren – das war nicht so schön. Aber heute wollten wir nicht die Überraschung sein.“ In der Saison 2017/18, dem Giesener Aufstiegsjahr, hatten sich beide Teams zuletzt gegenübergestanden.

Die Vorzeichen waren damals nicht so deutlich wie diesmal. Denn die Lindower sind nach einem Umbruch im Sommer noch in der Findungsphase und noch dazu vom Verletzungspech verfolgt. Unter diesen Umständen war auch SVLG-Coach Peter Schwarz mit der Darbietung seiner Jungs zufrieden. „Wir haben uns mit jedem Satz gesteigert, auch wenn im dritten der Aufschlagsdruck bei Giesen etwas nachgelassen hat. Wir sind fast bis 20 gekommen, das ist doch auch schon was wert“, sagte der Trainer. Den Anteil der Fans an diesem dennoch denkwürdigen Volleyball-Abend wollte Schwarz nicht unter den Tisch fallen lassen: „Wenn man uns bei einem Rückstand von zehn Punkten immer noch so anfeuert, ist das ein riesen Dankeschön wert.“

Im zweiten Satz hatten sich die Lindower schon etwas besser eingegroovt. Beim Stand von 6:7 war man kurzzeitig nochmal dran am Bundesligisten, ehe der wieder die Zügel anzog. Im dritten Durchgang konnte man den Abstand immerhin auf einem erträglichen Maß halten. „Wir wissen, wo die Schwachstellen sind. Die werden an so einem Tag einfach noch einmal deutlicher“, resümierte Schwarz. „Die Jungs hatten Spaß, das Publikum hatte Spaß. Es war eben auch nicht verbissen.“ Und so feierten die Lindower bis zum Schluss jeden Zähler wie einen Satzgewinn. „Auch im ersten Satz haben wir uns jeden Punkt, den wir gemacht haben, hart erkämpft“, fand der Lindower Coach, der die Pokalpartie auch für ein paar Personalrochaden nutzte. Eric Stadie kam erneut auf der Liberoposition zum Einsatz. Niklas Rudolf, der wertvollste Lindower, rückte auf Außen. „Dafür hatten wir ihn tatsächlich sogar ursprünglich geholt“, bemerkte Peter Schwarz. „Die ganze vermeintliche Misere bietet auch neue Chancen – und die versuchen wir jetzt zu ergreifen.“

Text und Bilder: © Christoph Brandhorst

Märkische Allgemeine Zeitung

wir stehen im Pokal-Achtelfinale

Beim VC Bitterfeld-Wolfen gelingt den Volleyballern des SV Lindow-Gransee ein überzeugender Pokal-Sieg. In der nächsten Runde wartet nun ein echtes Highlightspiel.

Nach der Zweitliga-Meisterschaft in der Vorsaison und einem großen Umbruch vor der laufenden Volleyball-Spielzeit wussten die Verantwortlichen des SV Lindow-Gransee, dass man in diesem Jahr kleinere Brötchen am Netz bäckt. Auch Peter Schwarz hinterfragte sich selbst: „Eine gute Saison in der 2. Liga ist unser Ziel – es ist letztlich aber egal, ob man Fünfter, Sechster oder Siebter wird, so lange wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben.“

Für den SVLG-Trainer stand fest, dass der Einzug ins Achtelfinale des DVV-Pokals ein großes Highlight sein könnte. Am Samstagabend erfüllte sich sein Wunsch – dank eines deutlichen 3:0-Erfolges beim VC Bitterfeld-Wolfen stehen die Grün-Weißen in der Runde der letzten 16 vom Cup-Wettbewerb des Deutschen Volleyball-Verbandes. Dort begrüßt man in der heimischen Granseer Dreifelderhalle am 6. November den Erstliga-Vertreter HELIOS Grizzlys Giesen.

Als „eine geile Sache“ bezeichnete Schwarz das Ticket für das Duell mit den Niedersachsen, die seit der Saison 2018/19 im Oberhaus aktiv sind, zuvor aber sogar direkter Ligakonkurrent des SVLG in der Nordstaffel der 2. Bundesliga waren. „Wir haben uns diesen Höhepunkt sauber erarbeitet“, resümierte Schwarz. Nur eine Woche nach der klaren 0:3-Niederlage – ebenfalls gegen die BiWo’s, ebenfalls in der Bitterfelder Brauereiturnhalle – zeigten die Gäste, dass man in vielen Bereichen seine Hausaufgaben gemacht hat. „Wir haben in der Liga nicht absichtlich verloren, auch da waren es schon enge Sätze. Im Spielelement Block hatten wir dagegen versagt, das konnten wir diesmal überragend lösen“, lobte der Coach seinen Sechser.

Überraschend wirkte Kapitän Eric Stadie bei den Lindowern als Libero mit auf der Platte – zuletzt fehlte der eigentliche Außenangreifer noch mit Problemen am Sprunggelenk. „Er ist noch nicht wieder fit, ohne Sprünge aber spielfähig“, verriet Schwarz. Stadie gab seinem Team, welches in der Verteidigung hochkonzentriert agierte und den Hausherren so schon im ersten Durchgang schnell den Zahn zog, die notwendige Sicherheit. Wie die Feuerwehr, sagte der Trainer, legten die Gäste los: „Wir waren konsequent, haben mehrere Ausrufezeichen gesetzt und vorgegeben, wo die Reise heute hingeht.“

25:16 hieß es zum Ende des ersten Satzes für den SV Lindow-Gransee, der auch den zweiten Durchgang mit dem dritten Satzball für sich entschied – 25:23. Im dritten Spielabschnitt war Mitte des Satzes „der Wurm drin, wir haben aber selbst wieder aufdrehen und das Spiel mit 25:22 sicher ins Ziel bringen können. Manchmal gerät man durch Fehler des Gegners auf die Siegerstraße, dieses Mal waren wir einfach stark. Ich bin stolz auf die Leistung“.

Folgerichtig sind die Lindower Wölfe Anfang November Gastgeber für Erstligist Giesen. Ins Duell mit den Grizzlys gehen die Grün-Weißen als krasser Außenseiter, doch Peter Schwarz weiß: „Ein 0:3 wäre kein Weltuntergang, ein Satzgewinn nur dann drin, wenn wir auf Meisterschaftsniveau wären.“

Text: © Marius Böttcher

Märkische Allgemeine Zeitung

Bild: © Danny Pockrandt


Erster Heimsieg

Am Samstagabend, den 2. Oktober um 19.43 Uhr war es endlich soweit: Als der Aufschlag des VCO Berlin im Aus einschlug, war der erste Heimsieg der Zweitliga-Volleyballer des SV Lindow-Gransee in der Nordstaffel der Saison 2021/22 perfekt. Nach zuvor zwei Pleiten in der heimischen Dreifelderhalle gewannen die Lindower mit 3:1 (25:15, 20:25, 25:15, 25:19) gegen die Hauptstädter. Dementsprechend groß war die Freude nach dem dritten Matchball – auf der Platte und den Rängen. „Wir sind über die Mentalität gekommen und haben so das Spiel gewonnen“, sagt SVLG-Trainer Peter Schwarz, der mit seinem Team unter der Woche nicht nur im technisch-taktischen Bereich arbeitete, sondern auch „in den Kopf seiner Spieler eintauchte“.

Als Konsequenz belohnten sich die Hausherren ab Satz eins bei jedem gewonnenen Punkt mit einer „Jubeltraube“, zogen sich immer wieder hoch und motivierten sich. „Es ist schön, dass wir auch endlich zu Hause gewinnen konnten“, sagt Zuspieler Adrian Klooss, der nach der Partie als wertvollster Spieler seines Teams ausgezeichnet wurde. „Wir waren alle vom Kopf her da und wollten den Sieg einfach mehr als der Gegner.“ Dabei dominierten die Gastgeber in Satz eins das Spielgeschehen vor rund 100 Zuschauern, setzten sich nach der erstmaligen Führung von 5:4 entscheidend ab und sicherten sich diesen Durchgang – 25:15. „Da haben wir das Selbstverständnis an den Tag gelegt, was wir in unseren Heimspielen haben müssen“, so der SVLG-Coach.

Nach einem Rückschlag und dem verlorenen Satz zwei (20:25) drehten die Gastgeber mit Unterstützung von Maskottchen „Liwo“ in der Folge auf, gewannen die Sätze drei sowie vier und feierten erstmalig mit den Anhängern in dieser Saison einen Heimsieg. Mit nun sechs Zählern auf dem Konto stehen die Grün-Weißen auf Tabellenplatz sechs. „Wir haben über weite Strecken nicht schön gespielt, aber die drei Punkte geholt“, meint SVLG-Mittelblocker Niklas Rudolf. Die Wölfe bestreiten bereits am Sonnabend das nächste Heimspiel, erwarten dann TuS Mondorf. Da müssen die Gastgeber dann aber eine Schippe gegen den ungeschlagen Tabellendritten drauflegen.

Die Personalplanungen sind in Lindow indes noch nicht abgeschlossen. Immerhin finden sich nur elf Spieler im Kader des amtierenden Meisters wieder. „Da hätten wir schon noch Luft. Aber derzeit ist nichts auf dem Markt. Ich habe da schon sämtliche Drähte angezapft“, sagt SVLG-Vereinschef Frank Seeger. „Da ist aktuell keine Verstärkung in Sicht. Wir hoffen, dass im Winter auch unsere verletzten Spieler zurückkehren. Wir sind aber generell nicht abgeneigt, noch etwas im Angriff zu machen, wenn sich denn Qualität anbietet.“ Der Vereinschef ist aber erstmal froh, dass der Heimfluch beendet ist und die ersten drei Heimpunkte auf das Konto der Lindower wanderten.

© Matthias Schütt

Märkische Allgemeine Zeitung

Nervosität auf der heimischen Platte

Volleyball-Zweitligist SV Lindow-Gransee verliert gegen den SV Warnemünde glatt mit 0:3

Eine volle Kulisse in der heimischen Granseer Dreifelderhalle. Lautstarke Unterstützung von den Rängen und Jubel bei jedem gewonnenen Punkt. Normalerweise würde sich jede Mannschaft darüber freuen. Doch bei Volleyball-Zweitligist SV Lindow-Gransee ruft das in der Spielzeit 2021/22 scheinbar eine gewisse „Nervosität“, so SVLG-Trainer Peter Schwarz, bei den eigenen Spielern hervor. Am Sonnabend verlor der amtierende Zweitliga-Meister auch das zweite Heimspiel und unterlag dem SV Warnemünde im Schnelldurchlauf mit 0:3 (16:25, 21:25, 21:25). Damit kassierten die Wölfe erstmalig seit Oktober 2019 wieder zwei Heimniederlagen in Folge. „Wenn wir geil spielen, gewinnen wir mit 3:0 in Schüttorf. Sind wir nervös, verlieren wir 0:3 zu Hause“, resümierte Schwarz nach der Partie, die nach gerade einmal 77 Spielminuten entschieden war.

Da nutzten die Warnemünder den dritten Matchball, die einseitige Partie in der SVLG-Heimspielstätte war schon beendet – zum Frust der Hausherren und der rund 150 Zuschauer. „Die Mannschaft hatte einfach Respekt vor den eigenen Fans, wollte besonders gut aussehen“, sagte Schwarz. Doch das genaue Gegenteil war der Fall. Die Warnemünder nutzten konsequent jeden Fehler des Gegners aus und sammelten Punkt um Punkt. „Wir sind selbst überrascht, dass es streckenweise so deutlich wurde“, sagte SVW-Kapitän Jan-Philipp Krabel, der einst für Lindow-Gransee spielte.

Schon in Satz eins dominierten die Gäste, setzten sich nach einem zwischenzeitlichen 9:9 ab, bauten den Vorsprung mit zwei starken Serien aus und holten Abschnitt eins mit 25:16. „Wir hatten noch teilweise Absprache- und Kommunikationsschwierigkeiten in der Annahme und im Zuspiel“, meinte SVLG-Diagonalangreifer Lukas Hebling, der nach dem Match als wertvollster Spieler seiner Mannschaft ausgezeichnet wurde. Die Fehlerkette zog sich wie ein roter Faden auch durch Satz zwei. Dort lagen die Hausherren nach schwachem Beginn bereits mit 5:11, 8:17 und 11:19 hinten. Doch zumindest kämpften die Grün-Weißen, blieben phasenweise ohne Fehler und glichen zum 21:21 aus. Doch in der Folge leisteten sich die Grün-Weißen wieder Unkonzentriertheiten im Angriffsspiel und verloren diesen Durchgang mit 21:25. „So langsam wird man etwas eingeordnet“, schätzte SVLG-Mittelblocker Niklas Rudolf nach der Heimniederlage ein.

Denn die Fehler aus den ersten beiden Durchgängen setzten sich auch im dritten Durchgang fort, wo vor allem die Abstimmungsprobleme zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen deutlich wurden. „Wir müssen uns einfach in die Saison reinarbeiten“, betonte Rudolf. Bereits unmittelbar nach der Partie werteten Schwarz und SVLG-Vereinschef Frank Seeger die Niederlage gemeinsam aus. „War das ein starker Gegner aus Warnemünde oder haben wir Schwierigkeiten“, fragte Schwarz selbst, der dazu eine klare Meinung hat: „Wir haben zu Hause eine gewisse Nervosität.“ Nach nun zwei Heimniederlagen in Folge gilt es, diese Negativserie schnell zu beenden. Die nächste Chance dazu hat das SVLG-Team bereits am kommenden Sonnabend, wenn der VCO Berlin seine Aufwartung in Gransee macht. Dann gilt es, die (Heim-)Nervosität endlich abzulegen.

© Matthias Schütt

Märkische Allgemeine Zeitung

1:3 Niederlage zum Auftakt

Im Derby gegen PSV Neustrelitz verlieren die Hausherren trotz 1:0-Satzführung noch mit 1:3. Für den SVLG geht es darum, sich nach dem Umbruch als Team zu finden und einzuspielen. Beide Mannschaften durften erstmalig wieder vor lautstarker Kulisse auftreten.

Aus! Als der letzte Ball von Lukas Hebling, Diagonal-Angreifer des SV Lindow-Gransee, neben dem Spielfeld landete, stand Volleyball-Zweitligist PSV Neustrelitz am vergangenen Samstagabend als Sieger des MV-Brandenburg-Derbys fest und feierte im weißen Jubelkreis auf der Platte. Da realisierte ein Großteil der Lindower in den grünen Jerseys auf der gegenüberliegenden Seite die Niederlage. Am ersten Spieltag in der Nordstaffel setzten sich die Residenzstädter mit 3:1 (17:25, 25:10, 25:23, 25:14) durch und revanchierten sich gleichzeitig für die beiden Niederlagen in der Vorsaison. Da verlor der PSV mit 0:3 und 2:3. Da auch das Pokalduell vor zwei Jahren mit 3:1 an den SVLG ging, schafften die Neustrelitzer nun Historisches und gewannen erstmalig ein Pflichtspiel gegen die Brandenburger.

„Am Ende war es eine Kopfsache“, resümierte PSV-Trainer Jonathan Scott. „Wir haben uns in die Partie reingearbeitet.“ Dabei fanden die Hausherren – im Kader des Meisters aus dem Vorjahr gab es einen größeren Umbruch in der Sommerpause – besser in das Auftaktmatch und konnten sich den ersten Abschnitt souverän holen. Mit 25:17 gewannen die Granseer diesen Durchgang. „Wir haben dann aber in der Folge zu viele individuelle Fehler gemacht“, sagte SVLG-Trainer Peter Schwarz.

Auf der anderen Seite kamen die Residenzstädter von Situation zu Situation besser in die Partie und drehten ab Satz zwei richtig auf. Sehr zur Freude des mitgereisten Anhangs. „Es macht wahnsinnig Spaß, vor so einer Kulisse zu spielen“, sagte Scott. „Die Fans hatten sicherlich ihren Anteil am Auswärtssieg.“ Das sah auch PSV-Spieler Maximilian Auste so: „Es war eine komplette Reizüberflutung.“ Immerhin fanden die vergangenen Partien coronabedingt nur als „Geisterspiele“ statt.

Die Neustrelitzer nutzten in der Folge die Fehler der Hausherren eiskalt und dominierten die Sätze nach Belieben. „Wir wollten über Annahme-Aufschlag zum Erfolg kommen. Das ist uns aber nicht gelungen“, sagte der SVLG-Coach. „Da hat es der PSV ab Satz zwei besser gemacht als wir.“ Der Lohn der Mühe waren für die Neustrelitzer die ersten drei Punkte und die Tabellenführung der Saison, während die Lindower mit leeren Händen dastanden und der Erkenntnis, dass „wir einfach noch mehr gemeinsame Trainingseinheiten und Spiele brauchen, um uns zu finden“, so SVLG-Mittelblocker Paul Boock. Die nächste Gelegenheit dazu hat man in der Trainingswoche und im Auswärtsspiel am Sonnabend beim FC Schüttorf (18 Uhr/Vechtesporthalle).

© Matthias Schütt

Märkische Allgemeine Zeitung